99 Köpfe des Social Web: Johan-Till Broer, Navigon

Für den heutigen Interviewpartner haben wir uns über den Atlantik in die USA nach Chicago bewegt – rein digital natürlich: Johan-Till Broer ist ein internationaler Public-Relations-Profi, der die Produkt- und Unternehmenskommunikation von Navigon, einem der führenden Anbieter von GPS-Navigation und möglichweise bald Tochtergesellschaft von Garmin, in Australien, Nordamerika, Südafrika und anderen Teilen der Welt verantwortet. Sein GlobalPRBlog bietet Einblicke in internationale Aspekte von Tech-PR und Social Media. Bevor er die Position als nordamerikanischer PR-Manager und Pressesprecher übernahm, baute er Erfahrungen in Online- und Print-Kommunikation im PR-Team von Navigon in Hamburg auf. Als Redner, Moderator und Diskussionsteilnehmer ist er auf Veranstaltungen in den USA unterwegs, darunter Connected World, AppShow und Social Media Breakfast Chicago.

Sammelpunkt statt Infoschleuse: Warum Unternehmen Presseseiten im Social Web öffnen sollten

Wozu werden PR-Informationen exklusiv Journalisten vorbehalten, obwohl im Verhältnis immer weniger von ihnen für eine herkömmliche Verbreitung sorgen?

Mit aufwändig produzierten Informationspaketen arbeiten Pressestellen der Unternehmen für die Versorgung von Journalisten. Von innen betrachtet ist das alles oft mit viel Einsatz erstellt, taktisch auf den Punkt geplant herausgegeben – zur Ankündigung der Produkte, für die Unterstützung der Marke oder an saisonalen Höhepunkten. Und von außen, aus Sicht der Redakteure, ist es dann doch wie ein Dauer-Platzregen an Informationen.

PR-Agenturen im Web 2.0: Ist der Bus schon weg?

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Passend zur saisonalen Zeitrechnung zeigte das Bayerische Fernsehen die Reihe Future Kids über Kreativförderung. Eine der pfiffigen Nachswuchs-Ideen: Mittels gedrucktem (!) Fahrplan, technischer Kontakte und weiterer Bausteine wird die traditionelle Fahrplan-Anzeige fast ein wenig revolutioniert, indem eine Verbindungsinfo als die kommende markiert wird. – Pointierte Bezeichnung der Erfindung: Ist der Bus schon weg?“

Das kleine Beispiel aus der Welt von Alltag und Technik lässt sich, schematisiert, durchaus auf die Situation professioneller Public Relations übertragen. Und offenbart ein grundlegendes Dilemma: Für Beratungen und deren Vermittler zwischen Industrie und Medien scheint der Bus – synonym Zug – bereits abgefahren. Treffend formuliert es Heike Bedrich in einem Beitrag zum PR-Blogger, indem sie die Frage aufwirft,