Wie die Presse Facebook tot schreibt und was tatsächlich Sache ist

Wenn der selbsternannte „Qualitäts-Journalismus“ zuschlägt, dann häufig daneben. So verschreckte der Spiegel heute morgen seine Leser mit der Meldung „Facebook-Nutzung in den USA geht zurück“ und die Welt setzte gleich noch einen drauf mit „Facebook laufen in den USA die Mitglieder davon„. Die beiden Artikel stehen hierbei nur stellvertretend für viele andere.

Ist es also Zeit in Panik zu geraten und sämtliche Kommunikations-Maßnahmen auf Facebook einzustellen? Sicherlich nicht!

Denn alle diese Qualitäts-Journalisten haben aus einer Quelle abgeschrieben, nämlich dem Blog Inside Facebook. Doch Inside Facebook hat im besagten Beitrag lediglich die Zahlen der eigenen Marktforschung Namens Inside Facebook Gold ausgewertet. Und hat in einem Folgepost die Aussage relativiert:

Sammelpunkt statt Infoschleuse: Warum Unternehmen Presseseiten im Social Web öffnen sollten

Wozu werden PR-Informationen exklusiv Journalisten vorbehalten, obwohl im Verhältnis immer weniger von ihnen für eine herkömmliche Verbreitung sorgen?

Mit aufwändig produzierten Informationspaketen arbeiten Pressestellen der Unternehmen für die Versorgung von Journalisten. Von innen betrachtet ist das alles oft mit viel Einsatz erstellt, taktisch auf den Punkt geplant herausgegeben – zur Ankündigung der Produkte, für die Unterstützung der Marke oder an saisonalen Höhepunkten. Und von außen, aus Sicht der Redakteure, ist es dann doch wie ein Dauer-Platzregen an Informationen.

Studie zu Paid Content: Verlage wollen Geld!

Na, wenn das mal kein Wunschdenken ist: Einige US-Verlage planen ihre Online-Inhalte kostenpflichtig zu machen. Laut einer Studie des American Press Institutes glauben 51 Prozent der befragten Verlage, dass sie Geld für ihren Content verlangen könnten. 49 Prozent sind sich da nicht ganz so sicher beziehungsweise glauben nicht daran. Trotzdem überlegen 58 Prozent für Content Geld zu verlangen. Ziemlich schräg, da ja offenbar 7 Prozent sich zumindest nicht sicher sind, dass es klappt, trotzdem wollen sie ihr Glück versuchen.
Wirklich interessant ist aber, dass 68 Prozent der befragten Verlage glauben, dass, wenn deren Leser das Bezahlmodell nicht akzeptieren, sie zumindest Schwierigkeiten haben werden das Informationsangebot der Verlags-Websites durch andere Quellen zu ersetzen. Wenn das mal nicht ein wenig zu hochmütig ist…
Auch deutsche Verlage wollen weg vom kostenlosen Content. Beispielsweise die Axel-Springer AG. Deren Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner sagte in einem Interview mit dem Spiegel:
„Für unsere Regionalzeitungen arbeiten wir derzeit an einem Freemium-Modell: Allgemeine Nachrichten sind für den Leser gratis, Premiuminhalte kosten Geld.“
Im gleichen Interview verrät Döpfner aber auch einen wesentlich interessanteren und vor allem realistischeren Weg für Paid Content:
„Für das iPhone von Apple entwickeln wir sogenannte Apps, also kostenpflichtige Angebote, über die man dann welt.mobil, bild.mobil oder computerbild.mobil bezahlt und quasi abonniert.“
Trotzdem bleibt eine Frage offen:
Wie schafft man für das Web ein Angebot, das so exklusiv und gleichzeitig so interessant ist, dass die Konsumunten bereit sind, dafür Geld auszugeben?

Na, wenn das mal kein Wunschdenken ist: Einige US-Verlage planen ihre Online-Inhalte kostenpflichtig zu machen. Laut einer Studie des American Press Institute glauben 51 Prozent der befragten Verlage, dass sie Geld für ihren (dann Paid) Content verlangen könnten. 49 Prozent sind sich da nicht ganz so sicher beziehungsweise glauben nicht daran. Trotzdem überlegen 58 Prozent für Content Geld zu verlangen. Ziemlich schräg, da ja offenbar 7 Prozent sich zumindest nicht sicher sind, dass es klappt. Trotzdem wollen sie offenbar ihr Glück versuchen.