BesserOnline 2010 #djv_bo

Auf der DJV-Konferenz BesserOnline 2010 war der Titel Programm. Es ging im wesentlichen um die Zukunft des Journalismus und wie und ob er im Web bestehen kann. Ein Fazit dazu gibt es auf webcific.com. Ein großes Thema war natürlich die Unfähigkeit der Verlage sich im Web zu finanzieren.

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Aus Sicht des PRlers ergibt sich daraus natürlich ein Problem: Wenn Online-Medien auf absehbare Zeit nicht finanzierbar werden und deshalb vom Markt bzw. in der Bedeutungslosigkeit verschwinden und Journalisten nicht selbst den Content erstellen, weil sie Angst vor dem Web und Social Media haben (ja, dieses Fazit lässt sich ziehen), dann werden Unternehmen gezwungen selbst entsprechende Inhalte zu erstellen, um ihre Messages unter das Volk und die interessierten Kunden zu bringen.

Nachrichten – aus Nutzerinhalten generiert?!

Ariana Huffington @Huffington Post: „News is not beer.

Redaktionell erstellte und bearbeitete Inhalte sind zweifellos ohne Alternative – glücklicherweise noch. Doch es scheint, als würden die Maßstäbe an die Produktion in Medien- und Verlagshäuser mancherorts mit neuer Eichung versehen werden. Der Druck auf die Medien, der sich aufgebaut hat und weiter massiv steigt, wird zwangsläufig zu Konsequenzen führen.

In diesem Zusammenhang keimt bei professionell aufgestellten Medien ein Trend, bei der eine Schlüsselkompetenz leicht unter die Räder geraten kann, nämlich der Anspruch an gute Informationen. Die Abgrenzung findet klar dort statt, wo die Inhalte den Kriterien von einwandfreiem Qualitätsjournalismus standhalten sollten. Dazu gehören besonders eine saubere Recherche, verlässliche Quellen und die üblichen Methoden zur Überprüfung des Informations- und Wahrheitsgehalts für eine Sicherung des Nachrichtenwertes.

Auch Murdoch aggregiert Fremd-Content

Rupert Murdoch agitiert gegen Google und andere Content-Aggregatoren, weil sie seinen Content „klauen“ und nichts dafür bezahlen. Das zeugt zum einen davon, dass er genauso, wie viele andere Verleger auch, das Internet nicht verstanden hat (wo soll denn sonst der Traffic herkommen?). Aber es kommt noch besser. Techdirt hat sich auf ein paar von Mordochs News-Corp-Sites umgesehen und was haben die Autoren dort, unter anderem in der Tech-Rubrik des Wall Street Journal online gefunden? Genau: „geklauten Content“!

Wir haben uns das genauer angesehen und tatsächlich einen Kasten mit aggregiertem Content anderer Sites gefunden (siehe Screenshot rechts). Noch besser: Das Wallstreet Journal nimmt hierbei die Leistungen des Aggregations-Dienstleister OneSpot in Anspruch. Ein Startup, der ausschließlich – nach Verleger-Lesart – von „Content-Klau“ lebt.

Paid Content: Murdoch will raus aus Google [Update]

Rupert Murdoch und seine News Corporation beherrschen große Teile der Medien weltweit. Das Reicht von Zeitungen (z.B. Times), über Kabelsender (Sky) bis hin zu Filmstudios (20th Century Fox) und Internet-Unternehmen (MySpace).

Schon seit längerem ist bekannt, das Murdoch zu den Internet- und insbesondere Google-kritischen Verlegern gehört, weil der Suchmaschinenriese angeblich mit fremdem Content Geld verdient, davon aber nichts an die Eigentümer, sprich die Verlage, abführt. Hier steht er in einer Reihe mit deutschen Verlagsgrößen wie Mathias Döpfner (Axel Springer Verlag) und Hubert Burda (Burda Media). Kein Wunder also, dass diese Verleger zusammen mit zig anderen „Medienschaffenden“ im Juli dieses Jahres die Hamburger Erklärung unterzeichnet haben.

Zukunft des Journalismus: Die Selbermacher

Wir haben ja schon beim ersten Teil gesagt, dass Der Elektrische Reporter mit der Folge „Zukunft des Journalismus: Wer soll das bezahlen? eigentlich das Video zum webcific Mediencamp gemacht hat.

Für den zweiten Teil gilt das um so mehr: „Zukunft des Journalismus: Die Selbermacher„.

Aus der Einleitung von Mario Sixtus:

Es geht ihnen nicht gut, den Zeitungsverlagen und Medienhäusern… Nach dem ihre Leser und Anzeigenkunden quasi im Gleichschritt ins Netz abgewandert sind, müssen Journalisten nun feststellen, dass sogar ihr Berufsbild im Web nicht mehr das ist, was es einst war!

Anschauen ist Pflicht für jeden Journalisten, Redakteur und Autor: