Die Wahl des richtigen Content Management Systems (CMS)

Nichts ändert sich so schnell, wie IT- und Web-Technologien. Besonders gut zu beobachten ist das bei den CMS, den Content Management Systemen. Das ist die Software, mit der Sie zum einen Ihre Web-Inhalte (Text, Bilder, etc.) verwalten und die zum anderen dafür sorgt, dass aus diesen Daten Webseiten entstehen.

Unzählige Unternehmen sind in den vergangenen Jahren in die CMS-Falle getappt: Sie haben das falsche, meist viel zu mächtige CMS gewählt oder sind in Verträge mit Dienstleistern gezwungen worden, die den Unternehmen ihre eigenen, propriäteren Lösungen angedient haben und die jetzt in der Entwicklungs-Sackgasse stecken. Oder noch schlimmer, Unternehmen haben ein eigenes CMS programmieren lassen. Darin sind zumeist unglaublich hohe Entwicklungskosten gebunden, die bei einem Wechsel abgeschrieben werden müssten. Doch der ist letztendlich unvermeidbar, denn moderne Webseiten mit einer zeitgemäßen Darstellung und Benutzerführung sind damit kaum realisierbar.

Besser ist es daher, auf Open-Source-Standard-CMS zu setzen. Diese sind ausgereift, werden ständig weiterentwickelt (besonders wichtig im Hinblick auf Datensicherheit) und setzen auf offene Protokolle und Standards. Dadurch ist auch in Zukunft ein Wechsel auf andere Systeme weitgehend problemlos möglich.

Die weitverbreitetsten bzw. wichtigsten Open-Source-CMS sind WordPress, Drupal, Joomla und Typo3, wobei die Komplexität und Leistungsfähigkeit von Links nach Rechts ansteigt. WordPress ist optimal für Blogs und einfache Webseiten, Typo3 hingegen ist ein CMS auf Enterprise-Level. Salopp gesagt sitzen Drupal und Joomla genau dazwischen, wobei Drupal optimal ist, wenn WordPress nicht mehr ausreicht und Joomla genau richtig ist, wenn Typo3 für das jeweilige Projekt zu komplex und unbeweglich wird.

Alle vier Systeme haben einen Vorteil gemeinsam: Es gibt unzählige Dienstleister und Fachleute, die mit diesen Systemen umgehen können, so dass man sich nicht in gefährliche Proprietätsabhängigkeiten begeben muss.

Zu beachten ist, dass alle vier Systeme ein LAMP-System (Linux, Apache, MySQL, PHP) benötigen, eine Microsoft-Infrastruktur (IIS) wird wenn, dann nur auf Umwegen (WordPress) unterstützt. Für viele traditionelle Unternehmen, die sich vollständig Microrsoft-Technologien verschrieben haben, sicherlich eine Kröte, die es zu schlucken gilt. Denn hier ist unter Umständen die Beauftragung neuer Dienstleister bzw. die teure Fortbildung der eigenen System-Administratoren und Webmaster notwendig. Es sei denn man lagert den gesamten Bereich an eine entsprechende Agentur aus.

Das Hauptproblem in Punkto CMS ist allerdings, dass Unternehmen häufig zu viel auf einmal wollen. Je komplexer die Aufgabenstellung wird, desto komplizierter, anfälliger und vor allem langwieriger wird logischerweise die Umsetzung und anschließende Wartung des Systems. Wobei erfahrungsgemäß der Aufwand exponentiell wächst. So ist ein Drupal- oder Typo3-System in kürzester Zeit aufgesetzt und einsatzbereit. Soll aber auch noch ein spezielles, vom Standard abweichendes Design verwirklicht werden, ein spezieller Web-Shop integriert werden, ein eigenes Bezahlsystem und auch noch das eigene CRM implementiert werden, kann auch aus einem simplen Projekt eine nahezu nie endende Aufgabe werden. Das Motto bei der Umsetzung eines Web-Auftritts lautet deshalb: Weniger ist oft mehr!

Einen groben Überblick der wichtigsten Parameter zu WordPress, Drupal und Joomla gibt Ihnen die folgende Info-Grafik. Zwar ist Typo3 hier leider nicht enthalten, trotzdem ist sie mehr als einen Blick wert. Tipp: Es gibt natürlich noch viele weitere Open-Source-CMS, über die sie sich beispielsweise hierhier und hier ausführlich informieren können.Mehr lesen