7 neue Tipps für mehr Wertschöpfung aus den täglichen Social-Media-Aufgaben

Als moderner digitaler Arbeiter kennen Sie das Spiel: Jeden Morgen klicken Sie sich durch die diversen  Timelines von Facebook, Google+ und Twitter und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen, Artikel zu lesen, im Auge zu behalten, in Posterous zu klippen oder einen neues Posting daraus zu entwickeln. Seit Freitag, bestenfalls seit Sonntagnachmittag vom Home, sweet home, haben sich Hunderte, wenn nicht Tausende neuer Content-Schnipsel überall angesammelt. Und dann kommen schon die Tweets von den üblichen Verdächtigen herein, oft mit Links auf FAZ, Spiegel Online oder Meedia, eingeleitet durch ewig gleiche Einstiege wie „Lesenswert“ und „Empfehlenswert“, zudem getaggt mit #reputation und #studie, oder gleich noch besser,#b2b und #socialmedia. Das hilft thematisch im Detail selten weiter, vor allem morgens.

Stattdessen empfehle ich, die begrenzte Arbeitszeit klug zu nutzen. In Social Media dreht sich alles darum, etwas Neues auszuprobieren und auch mal über das Ziel hinauszuschießen. Wenn alle das Gleiche lesen, diskutieren und favorisieren, wäre es eben wie die Tweets von Social-Media-Beratern zwischen 8 Uhr und 18 Uhr: Mainstream, wiedergekaut, unreflektiert. Also bitte keine Tweets über ach so bahnbrechende Themen von Mashable, Oder sagen wir: einmal im Monat reicht. Sie kaufen ja auch keine Innovationen beim Discounter. Social Media hat die Prozessabläufe (nicht die Zeit und Rezeption) von traditioneller Kommunikation nicht verändert. Lesen, überlegen, schreiben. Aufnehmen und diskutieren. Und das braucht eine gewisse Zeit. Menschen sind nicht schneller geworden, nur die Techniken, die sie erfinden und benutzen. Denken Sie also bei allem Handeln im sozialen Netzwerken nicht an den schnellen Erfolg.

Wenn Sie sich fragen, wieviel Nähe zur Praxis die Tipps tatsächlich haben: Ich habe die im Folgenden genannten Möglichkeiten allesamt selbst angewendet, sowohl für Referenzprojekte für digitale Produktkommunikation, sowohl von Konzernen als auch mittelständischen Unternehmen. Und ein wenig haben sie auch bei der Positionierung unserer Social-Media-Agentur geholfen.

1.  Endlich relevante Neuigkeiten mit News.me finden und verbreiten

Was sind die aktuell wichtigsten Themen? Neben den relevanten Meldungen auf Facebook gibt es zur schnellen Orientierung neben Rivva & Co. momentan kaum eine bessere als das neue Angebot von News.me. Giga.om beschreibt das so:

News.me wants to be a micro-network just for news – [It] is one of the services that […] wants to do more than just filter and recommend: […] designed to be like an Instagram for news — in other words, a smaller network of friends and connections with whom you want to discuss the latest headlines or events.

Der Nachrichten-Stream stellt eine Kombination aus eigenen Kreisen und der großen Community dar: Der Dienst stellt die Artikel teils aus den zuletzt im eigenen Netzwerks geteilten Beiträge zusammen, teils aus den aktuellen Trendthemen, die anhand der Nutzung des Kurzlink-Dienstes Bitly ermittelt werden.

News.me uses its algorithms to show you what the most popular and/or most discussed or shared topics are. […] the focus […] is more on the conversation around the posted item, which you can see and add to easily when you read a post.

2. Persönliche Top-20-Liste der Social-Media-Superstars zusammenstellen und folgen

Hand auf’s Herz: Wen kennen Sie persönlich von Ihren Twitter-Followern und Google+ Kontakten? Es wird Zeit, sich näher mit denen zu befassen, die Ihnen nicht so nahestehen wie in der Regel der Kreis der engen Freunde auf Facebook. Widmen Sie sich auch denen, die zwar n Ihrer Timeline herumschwirren und interessante Inhalten zwitschern, aber sonst nicht so nahestehen. Klicken Sie einmal, falls vorhanden, auf den oder die Links im Twitter-Profil und im Google+ Profil. Vor allem: Lesen Sie die Blogs und werfen Sie ab und an einen Blick in Posterous Spaces oder Tumblr Ihrer Kontakte!
Als Faustregel für die Auswahl gilt hier wie überall: Keine nervigen Bots, keine überflüssigen News-Channel, keine Pseudo-Angebote zur Suchmaschinen-Optimierung. Darüber hinaus bedeutet die Kür, deren Profile auf Foursquare und Instagram sowie Boards auf Pinterest zu folgen, um Inhalte zu liken und zu re-pinnen. Das kann die Freundschaft erhalten und lässt in der Community zusammenwachsen, was zusammengehört. Dabei können Ihre Top 20 alle paar Monate durchaus einen bis mehrere Newcomer vertragen.

3. Fotos machen, sharen, liken

Wie interessant wäre das Web ohne Bilder? Mit listigen SEO-Hintergedanken betrachtet, sagt ein Bild vielleicht nicht mehr als die berühmten tausend Worte, doch es ist mindestens eine kurze Statusmeldung, einen Tweet oder einen Pin wert. Die Chancen stehen besser denn je: Die Aufmerksamkeit im Social Web richtet sich auf visuelle Ansprache: Fotos (neben Videos). Angebote und Dienste, allen voran Instagram und Pinterest, daneben Facebook und Google+, bringen große Vorschaubilder in den Timelines. Wenn Sie diese Möglichkeit, ihre Beiträge attraktiv zu gestalten, vernachlässigen, verschenken Sie auf die Dauer eine große Chance, Leser zu gewinnen, für Diskussionen zu sorgen, erfolgreich zu sein. Was ganz vorn bedeutet? Geklickt, gelesen, diskutiert, als relevant erachtet werden – und in der Community einen entscheidenden Teil beizutragen.

4. Auf Google+ aktiv sein (solange es das noch gibt)

Egal, wie angesagt Google+ ist oder nicht: Sie sollten dort unterwegs sein. Bitte nicht bloß wegen des vermuteten SEO-Nutzens – obwohl das nicht unbedeutend ist. Nicht wegen des Unterhaltungswerts, auch, wenn schon gute Ansätze vorhanden sind. Nutzen Sie vielmehr die gute Chance auf Interaktion und gehen Sie in den Dialog mit Branchenexperten in einem vergleichsweise ruhigen und geeignetem Umfeld. Vielleicht nicht mehr lange, aber momentan kann Google+ ist die Plattform sein, um mit Leuten in Kontakt zu kommen, die eben nicht mehr jeden Tweet beantworten (können). Sie wollen auf den Radar von so wichtigen deutschen Tech-, Web- und Wirtschaftsjournalisten wie Katharina BorchertThomas CloerCarsten Knop oder Holger Schmidt? Google+ kann die richtige Stelle sein, dies zu tun.

5. Endlich die Chance: Persönliches und Berufliches vermischen 

Hören Sie endlich auf, zu glauben, irgendjemand interessiere es, dass Sie als Vice President Marketing and Sales arbeiten und auf Reisen am Vielflieger-Programm einer Fluggesellschaft teilnehmen.
– Sie sind der Marketing-Direktor in einem Unternehmen, dass B2B-Software herstellt? Und schreiben daher nur über Ihre tollen Pre-Sales Mailing-Aktionen und Messestände? Das Interesse wird sich in Grenzen halten.
– Sie sind Marketing-Direktorin in einem B2B-Software-Unternehmen und helfen in Ihrer Freizeit, bedrohte Tiere zu schützen? Kurzum: Und alle so: Yeah!

6. Egal wo: Quellen checken

Der Kurz-Link im Tweet ist schnell geklickt, die Schlagzeile überflogen, der Tweet retweetet. Aber was war das eben überhaupt von Wert? Sind die Details im weitergeleiteten Artikel richtig? Klar, wir können nicht alle Posting und Medienartikel auf deren Richtigkeit hin überprüfen. Doch hier und da lohnt der kurze Einsatz, nach der ursprünglichen Quelle, zum Beispiel Studie oder Veröffentlichung  zu suchen. Häufig empfehlen Nicht-Leser Nicht-Lesern „interessante“, aber sachlich falsche Inhalte und sorgen für eine weitere Verteilung des Unsinns.

7. Social-Media-Cases für den B2B-Bereich? Vergessen!

Häufig werden wir von Kunden und Interessenten nach Fallbeispielen für den Einsatz von Social Media im B2B-Bereich von Unternehmen gefragt. Doch Fallstudien sollten die Ideenfindung antreiben und nicht zur Plausibilisierung dienen. Daneben sind viele Fallstudien weit entfernt von Branche und Realität des eigenen Unternehmens, dass sich in Bezug auf Erwartungen der Kunden, angepeilten Nutzern und Zielen von irgendwelchen geteilten Beispielen vollkommen unterscheidet. Solche Beweise zu zitieren ist damit oft strategisch vollkommen irrelevant. Ganz davon ab sind manche Messergebnisse in Social Media immer noch wackelig, da für eine Messung seitens der Kommunikation zunächst eigene Erfolgsfaktoren identifiziert oder sogar entwickelt werden müssen, die angesichts der Ergebnisse wie Inhalte und Dialog über die herkömmlichen Online-Messkennzahlen wie Klickzahlen hinausgehen. Selbst, wenn der Case – ausnahmeweise – zutrifft – wird es kaum Sinn machen, die Ideen und Abläufe für die eigene Vorgehensweise zu kopieren.
Nebenbei: Achten Sie einmal auf Tweets von Social-Media-Experten mit solchen Hinweisen: Die Absender haben in der Regel selbst so ein Kommunikationsaufgabe noch nie realisiert. Das vielleicht größte Problem der meisten vorrangig publizierten Social-Media-Erfolgsgeschichten  ist, dass der Erfolg nicht Verdienst der Maßnahmen ist. Oft stimmen einfach auch nur die Rahmenbedingungen oder es ist schon das Interesse der betreffenden Zielgruppe da.

– Was tun Sie, um bei der Erledigung der täglichen Social-Media-Aufgaben Zeit zu sparen und die Effizienz im Umgang damit steigern?

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