99 Köpfe des Social Web: Uli Becker, concreteblonde

Always on… – sobald wir diese Maxime hören, denken wir automatisch an Online-Aktivität. Dabei ist die Tätigkeit unserer Gesprächspartnerin in diesem 99 Köpfe-Interview bereits konvergent. Uli Becker von concreteblonde (bisher concreteblonde) führt ein Designbüro, das sich mit Projekten aus den Bereichen Interiordesign, Modedesign und On-air Design [TV, Video] beschäftigt. Daneben vermittelt sie an der renommierten Fachhochschule Salzburg im Studiengang Medien & Design die Grundlagen für Animation, Bewegtbild, Motion Graphics in TV und Video. Umso interessanter ist der Übergang, der sich seit einiger Zeit hin zum Web vollzieht: Dank Angeboten wie Entertain und Online Video-Plattformen, allen voran YouTube, gibt es Fernsehen quasi überall und zu jeder Zeit, time-shifted.

Wann haben Sie zuletzt etwas handschriftlich verfasst?
Heute, ein Storyboard für eine neue TV-Produktion.

Wie sind Sie zum Social Web gekommen: Gibt es ein Schlüsselerlebnis?
Ja, ich bin von meinem Mann zu Social Media genötigt worden – wofür ich ihm sehr dankbar bin! Durch die unterschiedlichen Aufgaben versuche ich, meinen Horizont offen zu halten.

Was ist der nächste große Trend im Internet, besonders in sozialen Netzen?
Eine genauere Spezialisierung in verschiedene Interessengruppen, schnelle unkomplizierte Kommunikation, internationaler Austausch und Zusammenarbeit.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Rolle von Social Media im Unternehmen aus?
Es ist die Möglichkeit Transparenz, die wiederum Glaubwürdigkeit und Seriosität widerspiegelt, zu bieten und natürlich Informationen zu geben und Hilfe anzubieten.

Was braucht es – neben technischen Voraussetzungen – für gute Social Media, die für Marken, Produkte, Unternehmen, Organisationen gegenüber Privatpersonen eingesetzt wird?
Leute ohne Angst, die ihre Meinung und ihr Know-how an andere weitergeben – eben soziales Verhalten. Es ist eine Mischung aus Wissen und sozialer Kompetenz, die leider nur sehr wenige haben. Aber es gibt sie!

Welche 3 Plattformen und Werkzeuge sind heute besonders empfehlenswert und nützlich für Kommunikationszwecke?
Twitter, Twitter und Twitter… – Okay, Twitter würde ich an erster Stelle hinter  den üblichen Mailprogrammen sehen, die jeder nutzt. Daneben kommt vor allem in meinem Bereich immer intensiver die visuelle Kommunikation durch Vimeo und Instagram. Und natürlich Facebook, da man dort die meisten Leute finden und kontaktieren kann.

Was ist die Grundvoraussetzung, um am Leben im digitalen Raum teilnehmen zu können?
Always on… Online zu sein.

Was geht besser offline – wovon raten Sie dringend ab, über Angebote und Möglichkeiten im sozialen Netz zu tun?
Manchmal ist es besser, diplomatische Dinge am Telefon zu regeln, da man diese persönliche Komponente oft besser direkt vermitteln kann. Denn Worte sind oft nicht wirklich identisch zu der emotionalen, enthusiastischen Aussage.

Wunschvorstellung: Gesetzt, Sie könnten einen Tag lang über die Schulter schauen oder zusammenarbeiten – mit wem?
Peter Greenaway.

Welchen inhaltlichen Angebote im Social Web können Sie besonders empfehlen?
Modeblogs, die auf Twitter vertreten sind, wie LesMads (@lesmads) und viele andere. Daneben interessiere ich mich generell für die Inhalte und Stories über Menschen, zum Beispiel in Orten mit hohem Kreativpotential wie Barcelona, Göteborg, Hamburg, und New York.

Ich lese also bin ich: Gibt es zudem ein (Fach-)Buch, was Ihnen zuletzt gut gefallen hat?
Die letzten Bücher, die mich sehr beeindruckt haben, war die Trilogie von Stieg Larsson. Sehr spannend!

Wovon träumen Sie, es in 10 Jahren zu machen?
Auf Kaua’i oder in Göteborg ein halbes Jahr chillig verbringen zu können und alle Jobs, egal wo ich mich befinde, komplett online zu erledigen. Den Rest des Jahres würde ich in Hamburg in meinem eigenen kleinen Designladen stehen.

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