99 Köpfe des Social Web: Alexander Kölpin, Berlin Partner und Berlin Web Week

Der Sommer ist noch nicht überall vorüber, langsam sind alle zurück am Arbeitsplatz, in der Hauptstadt haben IFA und Medienwoche 2011 heute ihren letzten Tag – und die „99 Köpfe des Social Web“ werden fortgesetzt! Es liegt also nichts näher, hier einen Interviewpartner vorzustellen, der in Berlin lebt und arbeitet.

Direktheit und Offenheit im Umgang, privat wie professionell, zeichnen die Mentalität der Hauptstadtbewohner aus. Daher lassen wir diesmal unseren Gast sich ganz einfach selbst vorstellen:

Hallo, ich bin Alexander Kölpin, ich betreue mit Kai zusammen den Berliner Eventkalender www.BerlinWebWeek.de und tagsüber werbe ich mit und bei der Berliner Wirtschaftsförderung Berlin Partner GmbH neue Unternehmen der Kreativindustrien für Berlin an.

Wann haben Sie zuletzt etwas handschriftlich verfasst?
Mehr als Stichpunkte? Ganz selten, selbst Notizen kommen mehr und mehr in mein Androidfon.

Wie sind Sie zum Social Web gekommen: Gibt es ein Schlüsselerlebnis?
Nein, Neugier war der Grund. Erstmal leise zuhören, dann erste Schritte. Wie bei den meisten Dingen, die abhängig machen, ist ja der erste Schritt recht leicht und kostenlos….

Wie viel arbeiten Sie?
Am liebsten so, dass ich den Unterschied zwischen sogenannter Erwerbsarbeit und dem was ich sonst gerne tue gar nicht merke. Das ist für mich das Schönste. Dann ist Arbeit auch an mehreren langen Tage hintereinander und an Wochenenden kein Problem.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Rolle von Social Media im Unternehmen aus?
Der Wachstum von allem, was man Social Media nennt, nötigt den Mitarbeitern auf mehreren Ebenen auf, sich mit etwas Neuem zu beschäftigen. Es verlangt, sich neuen Interaktionen, neuen Medien zu öffnen und manchmal auch offener und ehrlicher zu werden als Individuum und als Unternehmen.

Was braucht es – neben technischen Voraussetzungen – für gute Social Media, die für Marken, Produkte, Unternehmen, Organisationen gegenüber Privatpersonen eingesetzt wird?
Es braucht Erfahrungen der Akteure, klare Verantwortlichkeiten und ein gemeinsames Verständnis von einem ganz klaren Ziel welches auf einem eindeutigen Weg erreicht werden soll. Sonst wird man schnell diffus, unglaubwürdig und im schlimmsten Fall erreicht man das Gegenteil. Auch Freiheit gehört dazu, im Sinne von “loslassen können”.

Was geht besser offline – wovon raten Sie dringend ab, über Angebote und Möglichkeiten im sozialen Netz zu tun?
Erst denken, dann posten. Im Zweifel war es richtig zu zweifeln und man schläft eine Nacht darüber. Das Netz vergisst nicht, was das persönlich und gesellschaftlich bedeutet, werden wir erst in 10 bis 20 Jahren ganz begreifen.

Wunschvorstellung: Gesetzt, Sie könnten einen Tag lang über die Schulter schauen oder zusammenarbeiten – mit wem?
Ich würde gerne mit Peter Thiel arbeiten, seine Aktivitäten hinsichtlich einiger Themen von “Atlas shrugged” und der Singularität haben mich sehr neugierig gemacht.

Ich lese also bin ich: Gibt es ein (Fach-)Buch, was Ihnen zuletzt gut gefallen hat?
Auf Social Media bezogen konsumiere ich alles online, in Blogs, meinem RSS Feed, Podcasts und ganz viel natürlich aus den “kuratierten” Quellen, also von Freunden und Bekannten: Facebook, Google+, Twitter… Ansonsten bestelle ich z.B. alle Bücher von Charles Stross, schon bevor sie veröffentlicht werden.

Was mögen Sie an Ihrer Stadt?
Das in Berlin alles möglich ist und man an verschiedenen Orten der Stadt zu verschiedenen Zeiten “verschiedene” Personen sein kann. …Und das ist gut so 🙂

Was ist typisch deutsch an Ihnen?
Der Respekt vor und der Wunsch nach Gründlichkeit und Qualität.

Was macht Sie glücklich?
Zuspruch und Anerkennung freuen mich, am Ende ist es Qualitätszeit, die ich alleine oder mit anderen verbringe, die mich glücklich macht und die Batterien wieder auflädt.

Wovon träumen Sie, es in 10 Jahren zu machen?
Je älter man wird, desto wichtiger scheint es zu werden, nicht mit dem Träumen aufzuhören. ..und natürlich mindestens einige der Träume auch zu leben. Idealerweise ist Augmented Reality dann wirklich mehr Realität als jetzt, das könnte helfen.

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