Wie die Presse Facebook tot schreibt und was tatsächlich Sache ist

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Wenn der selbsternannte „Qualitäts-Journalismus“ zuschlägt, dann häufig daneben. So verschreckte Spiegel Online heute morgen seine Leser mit der Meldung „Facebook-Nutzung in den USA geht zurück“ – [Update 16.02.2018] Internet World setzte sieben Jahre noch einen drauf mit „Nutzerschwund in den USA: Laufen Facebook die Jugendlichen davon?„. Die beiden Artikel stehen hierbei nur stellvertretend für viele andere.

Ist es also Zeit in Panik zu geraten und sämtliche Kommunikations-Maßnahmen auf Facebook einzustellen? Sicherlich nicht!

Denn alle diese Qualitäts-Journalisten haben aus einer Quelle abgeschrieben, nämlich dem Blog Inside Facebook. Doch Inside Facebook hat im besagten Beitrag lediglich die Zahlen der eigenen Marktforschung Namens Inside Facebook Gold ausgewertet. Und hat in einem Folgepost die Aussage relativiert:

Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Facebook-Nutzerzahlen schnell oder langsam wachsen oder sinken

Mit anderen Worten, die Datenlage ist indifferent, deutet aber auf eine mögliche Marktsättigung hin. Die Frage ist lediglich, wird es zu einem Absturz wie bei MySpace kommen? Vermutlich nicht, denn im Gegensatz zu dem überwiegend von Jugendlichen genutzten MySpace versteht es Facebook nicht nur technologisch auf der Höhe der Zeit zu bleiben, sondern im Gegenteil, die Technologie sogar zu treiben (z.B.: Social Graph, Gesichtserkennung etc.) und den Dienst beständig mit neuen Features aktuell zu halten.

Was wird also passieren? Ganz einfach: Vermutlich das Beste für uns Kommunikatoren! Früher oder später werden viele Facebook-Mitläufer abspringen und es werden nur noch diejenigen Nutzer übrig bleiben, die wirklich relevant sind.

Denn das, was da passiert ist nichts Neues. Im Gegenteil, es ist seit Jahren (erstmals 1995 erwähnt) bekannt unter dem Namen Hype-Cycle bzw. Hype-Zyklus nach Gartner:

Demnach sind wir gerade am „Peak of Inflated Expectations“ bzw. dem „Gipfel der überzogenen Erwartungen“. Bitter, aber vermutlich Realität, denn demnächst wird es via „Tal der Enttäuschungen“ zum „Pfad der Erleuchtung“ gehen um letztendlich dann doch auf dem „Plateau der Produktivität“ zu landen.

Wir wissen nicht, wie sich das in realen Nutzerzahlen niederschlagen wird, klar ist nur eines: Es wird rapide bergab gehen um sich irgendwann auf einem realistischen Level einzupegeln. So oder so: Wer Social Media verstanden hat, dem wird das nichts ausmachen. Wer aber Facebook mit den Maßstäben von Print-, Rundfunk- und Fernsehwerbung, also als Ort für Kampagnen und das „Sammeln“ von Usern sieht, der wird wohl bald enttäuscht sein. Und das ist gut so!