99 Köpfe des Social Web: Alexander Endl, Projektmanager und Blogger

Zum Abschluss dieser aufregenden, kurzen Woche möchten wir einen der leidenschaftlichsten deutschen Blogger vorstellen: Alexander Endl ist als Projektmanager seit über 10 Jahren bei xplicit, Büro für visuelle Kommunikation, in Frankfurt am Main tätig. Der Volljurist ist Autor des Fanmagazins/-blogs »Clubfans-United.de« von Fans für Fans des 1. FC Nürnberg, sowie der Weblogs Endl.de und Zielpublikum.de. Daneben schreibt er als Internetpublizist für das Dr. Web-Magazin, das ehemalige Feed Magazin und ist, ebenfalls im Zusammenhang mit dem 1. FC Nürnberg, für die SPOX-User-Redaktion und 11Freunde.de aktiv.

Servus, Alexander! – Wann haben Sie zuletzt etwas handschriftlich verfasst?
Das kommt eigentlich nur vor, wenn ich mir im Gespräch Stichworte notiere – aber es kommt noch vor! Längere Texte allerdings nicht, ausgenommen vielleicht zu passender Gelegenheit ein paar Zeilen an die Frau.

Wie sind Sie zum Social Web gekommen: Gibt es ein Schlüsselerlebnis?
Da wäre man schon gleich in der Glaubensfrage: Wo beginnt eigentlich Social Web? Das Format „Blog“ habe ich recht früh für mich entdeckt (2004), mit den Formaten Twitter und Facebook (etc.) musste ich erst einmal warm werden, nutze es heute aber gern und rege. Als Schlüsselblog damals am Anfang zählte für mich Spreeblick, als Johnny Haeussler noch sehr persönlich bloggte. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „Schlüssel“-Erlebnis war die Aktion „Hustle the sluff“, eine virale Marketing-Aktion der VM-People mit Showdown in Berlin (Stichwort: „Treffen der Schlüsselkinder“). Aber auch die re:publica war stets ein Quell der Inspiration und wichtige Schnittstelle zwischen realer und digitaler Welt.

Was ist der nächste große Trend im Internet, besonders in sozialen Netzen?
Die Rückkehr zum „AOL-Prinzip“. Facebook lebt es ja quasi vor, Google und Amazon sind in verschiedenen Konstellationen auch auf dem Weg: Man zieht sich aus dem „wilden Internet“ zurück und begibt sich in die Hände einer großen Community, die für Gemeinschaft, Schutz, Payment, Service und Information sorgt.

Welche 3 Plattformen und Werkzeuge sind heute besonders empfehlenswert und nützlich für Kommunikationszwecke?
Neben den offenen Formaten wie Blogs und Websites sicher Facebook, Twitter und auch Xing – alles mit Stärken und Schwächen. Wikipedia & Co. einmal außen vor, das gehört schon fast zum Inventar. Und Instant Messenger – aber da gibt es keine wirklich guten übergreifenden Lösungen – allein schon weil Skype da nicht mitmacht.

Was ist die Grundvoraussetzung, um am Leben im digitalen Raum teilnehmen zu können?
Keine. Und das ist vielleicht die Innovation. Als alle noch Blogger werden wollten, war eine Teilnahme im Sinne einer Beteiligung noch irgendwie notwendig, entweder als Autor oder als Kommentator, aber im Social Web 2011 kann man auch weitgehend anonym und rein konsumierend prima über die Runden kommen.

Was geht besser offline – wovon raten Sie dringend ab, über Angebote und Möglichkeiten im sozialen Netz zu tun?
Wovon ich abrate? Zu persönlich zu werden. Der alte Satz, man solle nix von sich geben, was nicht auch die Mutter lesen kann, ohne den Kopf zu schütteln, stimmt. Das Netz vergisst nicht und negative Äußerungen, die ausdrücklich gegen Personen oder auch den eigenen Arbeitgeber gerichtet sind, sollte man sich einfach gut überlegen.
Was ‚besser offline geht‘ kann man pauschal nicht sagen – es kommt auf das Gegenüber an. Es gibt Menschen (das betrifft dann übrigens beide Seiten gleichermaßen), mit denen kommt man nur persönlich face2face klar, nicht aber im digitalisierten Dialog. Online ist kein Ersatz für offline – nur eine Bereicherung, eine weitere Alternative, und man muss herausfinden, was zu einem passt.

Ich lese also bin ich: Gibt es zudem ein (Fach-)Buch, was Ihnen zuletzt gut gefallen hat?
Nein. Ein solches bereicherndes Fachbuch habe ich lange nicht gelesen. Aber (Buch-)Lesen an sich gehört ganz sicher zum Sein dazu.

Wovon träumen Sie, es in 10 Jahren zu machen?
In 10 Jahren sind meine Kinder 18 bzw. 16 – vielleicht ein guter Zeitpunkt, dann neue Projekte zu beginnen. Aber bis dahin ist noch genug zu tun. Wenn ich bis dahin mein geplantes Buch noch nicht geschrieben habe, wäre es dann wohl ein guter Zeitpunkt, damit zu beginnen.

Posted in Interviews und Personen and tagged , , .

One Comment

  1. Pingback: 99 Köpfe des Social Web: Martin Meyer-Gossner, Web-Stratege

Kommentar verfassen