Warum Social Media für Mediziner wirksamer als der neue Arztnavigator sein kann

Mit erheblicher Öffentlichkeitsarbeit ist die neue Plattform zur Bewertung von Ärzten der Krankenversicherungen AOK – genannt Arztnavigator – und Barmer GEK – hier: Arztnavi – gestartet. Der gegenwärtige Stand der Online-Berichterstattung (via Google News) zeigt, wie erfolgreich die News über das Projekt Weisse Liste, federführend hierfür ist die Bertelsmann Stiftung, in den konventionellen Medien platziert werden  konnte.

Arzt bewerten und ein #Lächeln schenkenSeid ihr zufrieden mit eurem #Arzt? Dann lasst es auch andere wissen. Mit…Posted by Barmer GEK on Mittwoch, 25. Juni 2014

Es sollen in erster Linie die AOK-Versicherten (und nur diese) ihre Ärzte selbst anonym bewerten. Online. – Im Prinzip klingt das simpel: Auf die AOK-Website gehen, das unmissverständlich beschriftete Banner zum neuen Portal klicken – dann geht es los: Registrieren, den „wissenschaftlichen“ Fragebogen ausfüllen und so weiter. Die Offenheit hierüber ohne Registrierung per Name und E-Mail-Adresse sowie Anerkennung von Nutzungs- und Datenschutzbedingungen beschränkt sich auf eine kleine Auswahl von Fragen. Bei Angabe der vorgenannten Details ist war der Fragebogen-Download als PDF möglich.

Ein Blick auf die Demografie der Versicherten zeigt: Allein beim Marktführer AOK sind 34,2 Prozent (01/2009) der in Deutschland Krankenversicherten Kunde. Doch sind diese, neben dem rein technischen Zugang, in der Lage, vielmehr digital sozialisiert, eine so komplexe Bewertung abgeben? Berechtigten Anlass zur Skepsis haben dürften auch die Ärzte zur möglichen Varianz der Bewertungen. Sowohl die beteiligten Versicherungen als auch der Vizepräsident der Bundesärztekammer Frank Montgomery rufen dazu auf, „fair“ zu bewerten. Das klingt nach Furcht vor Rachebewertungen á là eBay.

Doch sind Ausrichtung und Zielsetzung nicht lange bekannt und eingeführt? – Ja – jameda! In dem Portal, dem Produkt des gleichnamigen Tomorrow Focus-Unternehmens, können Kunden ihre Erfahrungen mit Ärzten (auch untereinander), Krankenhäusern und Gesundheitskassen (sic!) bewerten. Bis dato sind Angaben von Jameda „über 1 Million Patientenfeedbacks“ eingegangen. Daneben hierin die im Magazin Focus veröffentlichten Rankings von Ärzten und Krankenhäusern durch Redakteure eine qualitative Basis. Die entsprechenden Inhalte sind direkt in der Plattform per Auswahl über eine entsprechende Checkbox abrufbar.

Ein vergleichbares, wesentlich einfacheres Angebot bietet die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit. Mit wenigen Klicks lassen sich offen und frei zugänglich Bewertungen abgeben. Die Inhalte sind als Whitelabel-Inhalte unter anderem in Google, stern und MensHealth zu finden.

Doch es geht auch einfach, offen und transparent über Social Media: Für Mediziner kann schon öffentlichkeitswirksam sein, eine einfache Seite in Facebook anzulegen. Es kann natürlich etwas Aufwand bedeuten, auf der betreffenden Seite Informationen auf die Pinnwand zu stellen und Dialog zu betreiben (und gleichsam Trolle abzuwehren oder Spammer zu blocken). Doch die Wertschöpfung, über diesen transparenten Weg an eine nachhaltige Reputation im Social Web zu gelangen, die offen von Patienten generiert wird, sollte es wert sein.

Für alle ärztlichen Erfahrungen, Erlebnisse und inhaltlichen Schwerpunkte, die aus der Praxis heraus interessant sind, bietet sich natürlich ein Arzt-Blog an – lesenswerte Beispiele:

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