Die wichtigsten Apps für jede Veranstaltung [UPDATED]

Bevor der Frühling in die traditionelle Phase kommt, in der viele Konferenzen und Veranstaltungen stattfinden, darunter die re:publica 2011 in Berlin ab morgen, möchte ich genauer betrachten, welche meiner Apps und Plattformen ich besonders häufig nutze und vor allem warum. Einige in dieser Auswahl stehen für Smartphones, darunter das iPhone zur Verfügung, andere lassen sich auch mit dem Notebook, iPad bzw. per Browser nutzen und konfigurieren.

Plancast

Plancast kann ganz außergewöhnliche Dinge, bedenkt man, dass es nur ungefähr drei von diesen Social Event Plattformen gibt. Ich verwende es, um zu sehen, wo Freunde und Kontakte gelegentlich oder regelmäßig herumschwirren. Besonders hilfreich sind dabei Events, die ihre Gästelisten über Plancast teilen, also richtiggehend selbst veröffentlichen. Dies kann auch eine Planung im Vorfeld vereinfachen, wenn es um einen kurzen Check geht, Treffen mit bestimmten Leuten einzuplanen. Da man hierüber bereits sehen kann, wie viele Leute und wer sich angemeldet hat, hilft auch einzuschätzen, ob man frühzeitig vor Ort sein sollte, um langes Schlangenstehen zu vermeiden oder eine entspannte Anfahrt ausreicht, da es weniger voll wird.

Foursquare und Gowalla

Inzwischen, nach einer ganzen Reihe an Funktionserweiterungen im Laufe der letzten Zeit, kann es sogar Spaß machen, die verschiedenen Location-Based Apps zu verwenden. Dabei wird Richtung Nutzer offen auf Spieltrieb und Mehrwert gesetzt: Immer mehr Badges, Punkte, Mayorships (so heißen die erreichten Titel, wenn ein Nutzer oft genug bekundet hat, an einem bestimmten Ort zu sein). Andererseits ist es auch ziemlich hilfreich, vor Ort zu sein und auf Anhieb zu sehen, wer noch so herumschwirrt und womöglich bekannt ist. So können auch Unternehmen, Marken oder Industrien (bei Konferenzen) davon profitieren, einen Schwung Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen. Diverse Angebote von  Foursquare und Gowalla, auch für kleine und mittlere Unternehmen, besonders Handel und Gewerbe, machen es interessant, eine Aktion einzurichten, um Kunden und Interessenten, die sich einloggen, Vorteile zu gewähren – oder ein eigenen Stempel aus bloßer Markenplatzierung heraus zu generieren. Nicht zu verachten ist auch die Funktion für Tipps und Empfehlungen der Nutzer besonders bei Veranstaltungen außerhalb des eigenen Wohnortes bzw. auf Reisen.

Twitter

Twitter ist im Grunde heute die zentrale Kommunikationsplattform bei Veranstaltungen jeglicher Art – wie ein informativer Fluss. Dabei lassen sich die Tweets in Keynotes und Workshops mitunter besser auf dem Notebook im Browser lesen. Für einen raschen Blick in die Timeline in Pausen und beim Feierabend-Drink wird hingegen die App auf dem Smartphone praktischer sein. Ähnlich gute Dienste leistet übrigens die Twitter-App Echofon.

Wi-Fi Finder auf dem iPhone

Die App ist international nutzbar und funktioniert recht zuverlässig. Auf Wunsch lassen sich alle verfügbaren Spots in der eingestellten Nähe anzeigen, inklusive, ob es sich um ein freies WLAN oder ein Bezahl-HotSpot handelt. In der App (unter „More (Options)„) unter werden regelmäßig Daten-Aktualisierungen zum einfachen Herunterladen bereitgestellt.

Hootsuite (Lite) auf dem iPhone

Wenn Sie mehr als einen (eigenen) Twitter-Account betreiben oder managen, macht das Social Media Dashboard (neudeutsch für Steuerungsinstrument) Hootsuite auf dem Smartphone die Arbeit leichter. Gleichermaßen kann die App sowohl Twitter-Streams als auch Listen managen. In der Lite-Version funktionieren bis zu 3 Accounts (egal, ob Twitter oder Facebook). Ebenso einfach wie rasch lassen sich die eigene Timeline und alle eingegangen Direct Messages überblicken.

Xing

In der App des größten deutschen Online-Kontaktnetzwerks gibt es eine Funktion, mit der sich auf die Schnelle eigene Adressdaten von Smartphone zu Smartphone austauschen lassen: Die Rede ist von „Handshake“. Mir ist noch nicht ganz klar wann und wo dieses App-Feature die traditionell-haptische, physisch wie emotional immer noch wichtige Situation der Geschäftskarten-Übergabe ersetzen soll (man denke an Situationen mit Kontakten aus Asien!). Das Ganze ist wohl besonders dann ganz interessant, wenn klar ist, dass man auf jeden Fall im Anschluss an das Treffen in Kontakt bleibt oder in Korrespondenz tritt. Zudem passt die App gerade dann, wenn es sich um eben kein herkömmliches Business-Treffen handelt, sondern später am Abend oder in Pausen, wo ein Visitenkarten-Gehabe eher unangemessen wäre. Auf die Schnelle lassen sich so (voreingestellt) Daten und Informationen tauschen und standardisiert speichern. Zu dumm: Die lustigen kurzen Notizen auf der Rückseite der Geschäftskarten werden wir damit vermissen, besonders dann, wenn es sich um zentral oder von Kollegen in Vertretung eingesammelte Karten handelte.
Ähnlich funktioniert Bump. Erfahrungen zeigen, dass die App bisweilen nicht immer funktioniert. Daher ist meine Empfehlung, es erstmal auszuprobieren, denn sie kann eine Alternative bedeuten, wenn man keinen Xing-Account hat oder deren App nicht nutzen kann.

Neben den Konferenzen sorgt natürlich ein geselliges Umfeld für besseren Austausch. Was könnte als kleine Ergänzung besser passen als ein paar Apps für das Leben neben der Konferenz:

myTaxi

Endlich gibt es eine reelle Chance, am überfüllten Ausgang, am Abend und bei Regen noch sein (sic!) Taxi zu orten und per myTaxi-App heranzuwinken. Dank GPS-Anbindung können Fahrgäste alle Taxen im Umkreis auf der Karte sehen und das räumlich nächste per einfachem Antippen zu sich lotsen. In Hamburg hat das im ersten Versuch bereits prima geklappt und auch meine Taxifahrer waren angetan, besonders angesichts einer wohl wesentlich besseren Auslastung. Ein Pluspunkt aus kommunikativer Sicht: Der Fahrgast erhält schon bei der Buchung Daten über den Fahrer, die zur eingänglichen Vertrauensbildung beitragen. Hierzulande ist der virtuelle Taxi-Ruf schon in Hamburg, München, Köln und Bonn verfügbar. Ab Mitte April 2011 wird die Funktion auch in den Städten Berlin (noch rechtzeitig zur #rp11?) nutzbar sein, voraussichtlich ab Mai in Frankfurt und Stuttgart.

Smiley’s

Fremde Stadt. Hunger Aber wohin? Da werden Apps für Food-Bestellungen schnell zu den wichtigsten Begleitern, wenn die Snacks aus der Minibar des Hotelzimmers geplündert sind oder das hauseigene Restaurant schon Feierabend gemacht hat. Sicher ist Pizza keine dauerhafte Alternative, aber vielleicht die nächstbeste, besonders bei begrenzter Mobilität in der Fremde. Smiley’s hat eine ganz praktikable App, mit der der eigene Standort lokalisiert und nächstgelegene Filialen (sofern vorhanden) angezeigt werden, um mit ein paar Klicks im Angebot eine schnelle Mahlzeit bestellen zu können.

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UPDATE 19. April 2011:

Auf der re:publica 2011 nutzen die Digital Natives eine Vielzahl der hier vorgestellten Apps. Eindrücke darüber hat Martin Weigert in seinem Posting auf netzwertig beschrieben. Kurz: Twitter rules – allein 40.000 #rp11 Tweets.
Einen anderen Eindruck habe ich
im Zusammenhang mit den Location-Based Services gewonnen: Favorit war zwar oft Foursquare, doch auch in Gowalla checkten viele Besucher ein. Hier der Clou: Jeden Morgen legten wache Nutzer einen neuen Spot für den betreffenden Tag an, so etwa „re :publica 2011 – Tag 3 #rp11“. Friendticker hing zwar hinterher, dies mag daran liegen, dass hier Handel und Gewerbe als Locations präferiert werden.

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