Blog-Kommentare (Teil 2): Diskussion anheizen, Zeitpunkt treffen, Stil wahren

Dieser Beitrag ist die Fortsetzung eines vorangegangenen Postings in diesem Blog.

Der vermutlich beste Zeitpunkt, ein Posting zu kommentieren, ist der früheste: Wenn es vorher noch keinen gab, ist die Chance am größten, von allen folgenden Lesern wahrgenommen zu werden und Anerkennung zu erhalten. Es wirkt erheblich, besonders dort zu kommentieren, wo üblicherweise Blogbeiträge vergleichsweise häufig getwittert und mittels anderer Tools geteilt werden. Auf diese Weise werden auch entsprechende Kommentare möglicherweise gesteigerte wahrgenommen.

Wenn Leser Kommentare im Blog hinterlassen, die informativ sind oder die Diskussion anheizen, zeigt dies der Leserschaft, welchen hohen Aufmerksamkeitsgrad aktive Leser der Teilöffentlichkeit gerade diesen Inhalten beimessen. Dies kann umgekehrt zusätzlichen Traffic, weil wiederholte Rückkehr, und zudem neue Leser bringen.

Es gibt verschiedene Wege, für Anreize zu Blog-Kommentaren zu sorgen:

1. Kommentare sind schnellstmöglich zu beantworten. Sobald Leser erkennen, dass ihr Kommentar ernstgenommen wird, wird er/sie wahrscheinlich in Zukunft auch wieder kommentieren.

2. Gute Quellen zu verwenden und zu verlinken, auch wenn diese auf andere, womöglich der Wettbewerber, ist nicht oder weniger schädlich als angenommen. Im Gegenteil: Das Blog wird als souveränes, über den Details stehendes Angebot in der Branche wahrgenommen, und dies mehr als ein Unternehmen, das sich der Quellen bedient, die hausgemacht sind oder mit Stallgeruch daherkommen. Also: gern auf Blogs eigener Marken und/oder Tochtergesellschaften verlinken, aber nur dann, wenn auch Analysten, Marktbeobachter und Konkurrenten-Blogs berücksichtigt werden.

3. Höflich, bescheiden und verbindlich bleiben, auch in Antworten auf Kommentare. Das heisst, respektvollen Umgang zu üben und so ehrlich zu sein, wenn auf eine Frage keine Antwort gegeben werden kann, aus welchen Gründen auch immer. Ach ja, und alles Weitere sollte der vorhandene (ja?) Social Media-Leitfaden im Unternehmen regeln. Begriffe und Formulierungen wie vermutlich, wahrscheinlich und vielleicht vermitteln Unsicherheit und könnten die Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

4. Setzen Sie – heute mehr denn je – einen wirksamen Spam-Filter oder eine Moderationsfunktion ein. So bleiben unerwünschte Einflüsse jenseits der inhaltlichen Beiträge außen vor. Wenn ein Blog-Posting von schädlichen, verletzenden oder werbenden Kommentaren – egal, ob einigen oder vielen – beeinträchtigt wird, ist es unwahrscheinlich, dass geneigte Leser ihre Meinungen zum eigentlichen Artikel darunter setzen.

Natürlich lässt sich diese Reihe an Empfehlungen weiter fortsetzen, doch auch hierfür gilt: Zuhören, ausprobieren, Neues zulassen. Gerade zu taktisch durchgeplante Vorgehensweisen unterbinden im geschäftlichen Bereich schnell jede gewünschte Form von Offenheit, Spontanität und Transparenz. Und davon lebt die Attraktion des Social Web letztlich.
Nur positives Engagement sorgt für Anerkennung und für erwünschte Glaubwürdigkeit zur Platzierung eigener Themen und Ideen.

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