Xing oder nicht Xing? Das ist hier die Frage… (Update!)

Update: Als ob man uns erhört hätte, verlautbarte Xing heute, dass es ab morgen (2. März 2011) sukzessive grundlegende Neuerungen für die Interaktion zwischen den Usern einführen wird. Es scheint so, als ob Xing jetzt ein richtiges soziales Netzwerk wird, bzw. zum Mitbewerber LinkedIn aufschließt. Mehr dazu in einem kommenden Artikel. Einstweilen hier die offizielle Xing-Pressemitteilung von heute und das entsprechende Posting auf dem Xing-Blog. Davon unberührt ist die folgende Fragestellung:

Immer wieder werden wir mit der Frage konfrontiert, welche Rolle (und ob überhaupt eine) Xing in einer Social-Media-Strategie spielen sollte. Eine gute Frage! Tut mir leid Sie im Unklaren lassen zu müssen, aber wir können dazu immer nur sagen: Kommt darauf an!

Die Sache wäre sicherlich einfacher, wenn sich dieses speziell deutsche Netzwerk nicht so verschlossen zeigen würde. Denn im Gegensatz zum größten Konkurrenten LinkedIn lässt sich Xing nur in Maßen von aussen bespielen (z.B. via SlideShare) noch lässt es etwas raus. Von den Statusmeldungen via Xwitter (rein) und Twitter (raus) abgesehen.

Das bedeutet, wer sich auf Xing einlässt, muss vor allem mit „Gruppen“ arbeiten. Je nach Thema der Gruppe eine durchaus aufwendige Sache. Denn die wenigsten Gruppen funktionieren von alleine, sondern müssen permanent gepflegt, gehegt und mit propriäteren Content bespielt werden.

Der Aufwand lohnt also nur, wenn man eine Zielgruppe adressiert, die sich in ausreichender Zahl auf Xing tummelt. Ein paar hilfreiche Zahlen liefert Xing selbst (deshalb bitte mit gebotener Vorsicht behandeln): So soll es in der DACH-Region mehr als vier Millionen Mitglieder geben, davon über 680.000 mit Premium-Account. Interessant auch die Branchenverteilung (Stand: September 2010):

  • Medien: 13%
  • IT-Sektor: 11%
  • Banken & Versicherungen: 9%
  • Beratung: 9%
  • Dienstleistungen: 7%
  • Handel: 7%
  • Medizin & Pharma: 6%
  • Automobil 6%
  • Öffentl. Dienst: 4%
  • Bauwesen: 4%
  • Reise: 3%
  • Telekommunikation: 2%
  • Sport/Kultur: 2%
  • Hochschulen: 2%

Weitere interessante Zahlen von Xing: Über 35 Prozent der Mitglieder sind Führungskräfte und 27,3 Prozent sind Inhaber oder Freiberufler. Mehr Zahlen wie gesagt bei Xing selbst.

Macht man eine Milchmädchenrechnung auf (mehr ist es nicht) um das Potential abzuschätzen, kommt man letztendlich doch auf verlockende Zahlen. Nehmen wir zum Beispiel die vergleichsweise gering repräsentierte Sparte „Reise“. Wenn wir nur die Premium-Accounts beachten – und nur die sind wirklich interessant, weil sie zumindest einen gewissen Level an Teilnahme im Netzwerk haben – lautet die (wie gesagt sehr vage) Rechnung: Drei Prozent von 680.000 sind satte 20.400 Xing-Mitglieder aus der Tourismus-Branche. Damit lässt sich unter Umständen etwas anfangen.

Fazit: Xing kann nach unseren Erfahrungen im Rahmen einer Social-Media-Strategie eine durchaus interessante Plattform sein. Vor allem im B2B-Bereich und für bestimmte Branchen oder wenn man das untere bis mittlere Management ansprechen möchte, ist Xing sicherlich eine Überlegung wert. Nicht zu vergessen die neuen Möglichkeiten, die die Integration der Ticketting- und Veranstaltungs-Plattform Amiando in Xing-Veranstaltungen gebracht hat. Oder die Präsentationsmöglichkeiten auf den Unternehmensprofilen. Aber wie gesagt: Man darf den Aufwand für Content-Erstellung und Pflege nicht unterschätzen! Denn nichts ist trauriger und der Reputation abgängiger als eine „tote“ Xing-Gruppe ohne Mitgleider.

Falls Sie mehr Fragen zu Xing haben, wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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2 Comments

  1. Wo Xing durchaus Stärken hat: Personalwesen. Wer einen neuen Job sucht oder sich nach „passenden“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsehen möchte, ist dort gut aufgehobe. Das sagen mir jedenfalls die Personalverantwortlichen, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe. Allerdings gilt dies In erster Linie ebenfalls (nur) für die oben genannten Branchen und Sektoren,

  2. @Harald Link: Da hast du vollkommen Recht, zumal es von Xing auch den sehr empfehlenswerten Recruiter-Account gibt. Der kostet zwar ein bischen mehr, lohnt sich aber!

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