Wenn es dann doch einmal eine klassische Community sein darf…

In der Steinzeit des Internets, also noch vor wenigen Jahren, ging es Webseiten-Betreibern vor allem um eines: Den Aufbau einer Community. Man wollte in den „Besitz“ der Kontaktdaten von möglichst vielen Lesern, Nutzern, Forumsmitgliedern kommen. Seit Web 2.0 und Social Media hat sich das geändert. Jetzt geht es um „Freunde“, „Follower“ und Verbindungen. Communities, falls man das Konglomerat aus Nutzern verschiedener Plattformen, von Facebook über Twitter bis hin zu Xing, so nennen will, sind damit virtueller denn je. Es gibt nicht mehr die eine geschlossene, sondern viele verteilte Communities und das ist gut so, denn statt harten Kontaktdaten sind nun „Share-of-Voice“, Konversionsrate, und die Zahl der „Friends-of-Friends“ die neuen Währungen.

Allerdings gibt es durchaus gute Gründe doch noch auf klassische Community-Modelle zurückzugreifen. Sinn macht das etwa bei geschlossenen Projekten, also wenn Aussenstehende die Inhalte nicht sehen sollen, oder bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen, etwa einem BarCamp, Kongress oder einer Hausmesse. Die Frage ist nur, wie man so etwas auf Software-Seite realisiert? Glücklicherweise gibt es genug Online-Dienste genau für diese Zwecke.

Eindeutiger Platzhirsch im deutschsprachigen Raum ist natürlich mixxt. Das liegt nicht nur daran, dass es von Anfang an eine komplette deutsche Benutzeroberfläche hatte, sondern auch daran, weil es zig Besucher von BarCamps und ähnlichen Veranstaltungen kennen. Ausserdem deckt der Funktionsumfang alles ab, was der geneigte Community-Manager erwartet: Zum Beispiel weitgehend konfigurierbare Profilseiten, ein Veranstaltungsmanagement, Forum, Wiki, Blog und verschiedene Social Tools.

Das amerikanische Gegenstück dazu ist NING. Auch das gibt es mittlerweile mit deutscher Benutzeroberfläche. Der Funktionsumfang ist vergleichbar mit dem von mixxt. Wesentliche Unterschiede: Etwas mehr „soziale“ Interaktion, Fotoalben und mehr vorgefertigte Designs.

Im direkten Vergleich zu mixxt und NING wirkt der dritte Aspirant dieser Runde, nämlich SocialGO noch ein wenig „sozialer“ und moderner. Auch hinsichtlich des Funktionsumfangs hat er am meisten zu bieten. Allerdings gibt es den neuesten Vertreter der Instant-Community-Dienste nur mit englischer Oberfläche, was ihn für deutschsprachige Projekte uninteressant macht.

Aber bevor man sich an die Evaluation macht, welcher der drei Dienste für das eigene Projekt am besten geeignet ist, gilt es einen Blick auf die Kosten zu werfen. Und wenn es noch eines Beweises gebraucht hätte, dass sich die „Kostenlos-Kultur“ im Internet dem Ende zuneigt, hier ist er: Alle drei Anbieter verlangen teilweise happige, monatlich zu entrichtende Gebühren.

Immerhin: mixxt bietet nach wie vor ein kostenloses Paket und das dürfte sogar für die meisten Ansprüche genügen. Soll unter anderem eine eigene Domain aufgeschaltet und die sichtbare Werbung bis auf Einblendungen in der Fußzeile reduziert werden, werden immer noch sehr günstige neun Euro fällig. Für einen Zehner mehr, also insgesamt 19 Euro pro Monat gibt es dann das volle Paket.

Deutlich höher liegen die Preise bei NING und Socialgo: Ersteres liegt in der kleinen „Probiervariante“ bei 2,95 US-Dollar. Seine Stärken spielt NING freilich in den beiden großen Paketen für 19,95 US-Dollar, respektive 49,95 US-Dollar aus. Socialgo hat zwar ähnlich wie mixxt auch eine kostenlose Variante zu bieten, wer jedoch auf Werbung verzichten und ein Minimum an Individualisierung haben will, muss sich mit einem monatlichen Obolus von 24,90 US-Dollar anfreunden. Volle Leistung in Form von einem White-Label-Paket mit bevorzugtem Support gibt es für 149,99 US-Dollar.

Was also nehmen? Sie werden leider nicht drumherum kommen sich jede der drei Lösungen anzusehen. Dafür genügen die kostenlosen Varianten bzw. Trial-Zugänge. Zu entscheiden gilt es, ob die Dienste Ihrer anvisierten Zielgruppe gerecht werden und die Anforderungen des geplanten Projekts erfüllen.

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