TourismusCamp 2011 – eine Branche zwischen Social-Media, Buchungsdruck und SEO

Ende Januar 2011 fand in der Katholischen Universität Eichstätt das mittlerweile vierte TourismusCamp oder kurz, das #tc11 statt. Um es vorweg zu sagen: Das TourismusCamp 2011 gehörte mit zu den besten Barcamps, an denen ich jemals teil genommen habe.

Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt:

  1. Die Besucher waren (fast) alle auf einem fachlich hohen Niveau (entweder Tourismus, oder Social Media oder beides) und die Mischung hat dank restriktiver Anmelde-Limits für einzelne Berufsgruppen auch gestimmt.
  2. Das Verhältnis zwischen der Besucherzahl und den zur Verfügung stehenden Räumen war optimal. Deshalb waren die Session-Räume immer gut gefüllt, aber (fast) nie überfüllt, was eine gute, kreative und kommunikationsfreudige Atmosphäre schaffte.
  3. Und last, but not least: Die Organisation war klasse!

Wie üblich, haben wir auch auf dem TourismusCamp eine Session gehalten. Unser Thema: Eine Übernachtung ist eine Übernachtung – Imagegewinn durch Storytelling! Hier die Ustream-Aufzeichnung, die schlechte Bild- und Tonqualität ist der Technik geschuldet und Preis für das Ad-hoc-Streaming:

Warum gerade Storytelling? Weil unser Eindruck ist, dass viele Unternehmen, die sich neuerdings im Social-Media-Raum engagieren, leider nur schnöde Werbung und dumpfes Marketing auf Facebook, Twitter und Co. betreiben. Das ist nicht im Sinne des Erfinders und läuft unseres Erachtens auch zu kurz. Social Media funktioniert langfristig – das heißt jenseits von zeitlich begrenzten Aktionen, Wettbewerben und Preisausschreiben („Werde Fan auf Facebook und gewinne ein Wochenende für zwei Personen…„) – nur dann, wenn man seinen Followern und „Freunden“ nutzwertigen, informativen oder unterhaltsamen Content und damit echten Mehrwert bietet.

Die bessere Methode langfristig eine Community an sich zu binden

Wie wir in vielen Gesprächen mit den Tourismuscamp-Besuchern feststellen konnten, ist die Reise-Branche allerdings sehr auf Conversion, sprich Buchungen fixiert, statt auf langfristigen Reputations- und Markenaufbau. Dabei wäre gerade das ein Ausweg aus den geradezu unsäglichen SEO-Schlachten um die vordersten Plätze in den Google-Suchergebnissen. Es tut einem geradezu in der Seele weh, mit ansehen zu müssen wie die vielen, teilweise lokalen und Spezial-Anbieter sowie die verschiedenen Destinationen und Hotels unter teilweise erheblichen finanziellen Aufwendungen mit Reiseriesen wie TUI, Expedia und Co. um das bessere Google-Ranking kämpfen. Wäre es da nicht viel effektiver eine Follower- und „Freunde“-Schar (aka Community) mit qualitativ hochwertigem Content und gutem Storytelling dauerhaft an sich zu binden, als jedes Jahr von Neuem potentielle Buchungskunden mühsam via SEO in Google ansprechen und überzeugen zu müssen?

Dankenswerterweise haben die Tourismus-Camp-Organisatoren unsere Session mitprotokolliert. Vielen Dank dafür! Hier also die Zusammenfassung.

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