Wieviel Engagement verträgt echter Social-Media-Erfolg?

Die Anzahl der Nutzer, die weltweit in unterschiedlichen Social Networks präsent sind und sich mittels Social Media engagieren wächst unaufhörlich. Gleichzeitig ist die Anzahl der, die sich als Erzeuger von Inhalten beschreiben – also jene, die in eigenen Blogs schreiben, Videos und Präsentationen produzieren und veröffentlichen, Podcasts bereitstellen, sinkend, so eine neue Forrester-Studie. Demnach fiel oder stagnierte der Anstieg der Publizierenden in den größten Märkten der Erhebung für die Studie, darunter Europa und Nordamerika sowie Japan und China.

Obwohl die Verringerung in Europa insgesamt nicht bedeutsam ausfällt, erscheint dieser Trend trotzdem bemerkenswert. Die Entwicklung solcher Nutzer fiel von 15 Prozent Wachstum (2009) auf 14 Prozent (2010). Rasant vermindert hat sich der Anstieg bei den Inaktiven, nämlich nur noch 32 Prozent – im Vorjahr waren es immerhin noch 39 Prozent.

Forrester-Analystin Jacqueline Anderson interpretiert dies so, dass sich ein Mangel an sozialer Kreativität in einen Verlust neuer Ideen, Inhalten und sogar Perspektiven übertrage. Die Fähigkeiten, welche für die Erschaffung von Inhalten im Social Web benötigt werden, sind vergleichsweise einzigartig. Inzwischen sei allerdings das Interesse der Verbraucher für solche Angebote stagniert.

Die Studie differenziert die Nutzer sozialer Netzwerke weltweit anhand unterschiedlicher Segmente (Social Technographics) – von aktiv Produzierenden über Gesprächspartner, Kritische und Sammler, bis hin zu Einsteigern und Zuschauern. Die Einstufungen basieren auf Aussagen darüber, wie die Angebote sozialen Netzwerke und Dienste üblicherweise genutzt werden.

In Europa steigt die Anzahl der Menschen, die sozialen Netzwerken beitreten, weiter: Einsteiger + 41 Prozent (2010), gegenüber + 31 Prozent (2009). Zum Vergleich: In Nordamerika ist die Zahl zuletzt allein im Monat August um mehr als 40 Prozent gewachsen. Dabei verzeichnen den stärksten Zuwachs in den meisten Länder und Regionen weiterhin die Kategorien Einsteiger und Zuschauer. Dabei bemerkenswert: Einzig in Japan wuchs die Gruppe der Kreativen um 36 Prozent (2009: 34 Prozent).

Allein die Tatsache, dass die Mehrheit der Social-Media-Nutzer keine eigenen Inhalte erzeugen, ist keine Überraschung. So werden 90 Prozent der Meldungen bei Twitter von nur 10 Prozent der Nutzer erzeugt (Studie der Harvard Business School aus 2009). Ähnlich verhält es sich das Verhältnis Zuschauer gegenüber Produzierenden bei Plattformen wie YouTube oder Vimeo.

Zwar eröffnen das Social Web viele Möglichkeiten, eigenen Ideen freien Lauf zu lassen und diese zu veröffentlichen, um ein eigenes Publikum zu gewinnen. Doch offenbar genügt es der Mehrheit, die Inhalte zu konsumieren, die Wenige produzieren.

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