Reputation für Marken im Social Web (Teil 1)

Eines vorweg: Social Media ist inzwischen ein wenig wie Boot fahren auf der Außenalster in Hamburg. Oder Surfen auf dem Eisbach in München. Jeder könnte, jeder darf. Immer mehr Marken lassen nun 2.0-Boote oder -Surfbretter zu Wasser, teils mit Freizeit-launigen Kapitänen im Schlauchboot für eine kurze Überfahrt, teils ausgestattet mit Mannschaften und starken Motoren für kommunikativ hohe Wellen.

Welche Teamstärke und Ausrüstung für welche Marken richtig und ausreichend ist, muss individuell identifiziert und entschieden werden. Wesentlich ist es, sicherzustellen, konsistent eine Plattform für die eigenen Informationen, Themen und Dialoge einzusetzen, besonders als Ausgangspunkt zur Veröffentlichung von eigenem Content.

Wer in persona im Unternehmen die Stimme für die Marke nach außen – ins Social Web – ist, bleibt eher eine nachgeordnete Entscheidung, wenngleich hierbei einige Kriterien hilfreich sind.

Ein Social-Media-Officer – Kommunikation durch alle Mitarbeiter

Wenn ans Bloggen, Facebooken, Twittern geht, gilt es zu entscheiden, wer der sichtbar als Absender an der Spitze der Social Media-Aktivitäten auftritt. Begehen Sie nicht den Fehler, diese Aufgabe einfach an einen Praktikanten oder Junior im Team (also jemanden, der bereits davon eingenommen ist,  professionelle Kommunikation an sich zu erlernen) durchzureichen.

Es ist erstaunlich, zu beobachten, wie viele Unternehmen annehmen, dass die nachrückende Generation von Berufsanfängern (jedenfalls ein Teil der insgesamt jüngeren Generation) aus Social Media-Experten besteht. Mitnichten ist sie das, nur, weil sie eine Welt ohne Mac und PC nicht kennt. Im Gegenteil: Die ganz jungen, kommunikativ Affinen stehen viel mehr auf mobile Geräte, inhaltlich auf MMS und Videos, bevorzugen bei Social Web-Plattformen allenfalls SchülerVZ/StudiVZ und etwas Facebook – mehr aber (noch) nicht.

Der Social Media-Raum wird dominiert von der demografischen Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen, so eine neuere Royal Pingdom-Studie, die Daten aus zahlreichen Social Media-Netzwerken zusammenfasst. Auf den Punkt gebracht: Eine Facebook-Seite oder einen Twitter-Account zu haben, bedeutet nicht, zu wissen, wie diese im Marketing passend eingesetzt werden. Vergleichbar wäre es, zu glauben, dass es ausreicht, eine Tageszeitung abonnieren, um als Kenner der Medienszene begriffen zu werden.

Am ehesten passen für die Social Media-Aufgabe solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Enthusiasmus, Interesse und Antrieb bei der Sache sind. Insofern kann natürlich gut ein frischeres Team-Mitglied in Frage kommen. Berücksichtigen Sie für die Position, dass ein erheblicher Zeitbedarf und bestimmte Vorkenntnisse erforderlich sein werden. Am besten finden Sie jemand, der danach lechzt, möglichst häufig online zu sein. Noch besser: jemand, der eine Vorstellung davon hat, wie die Web-Welt künftig aussehen wird oder auszusehen hat. Ergo wollen Sie eigentlich einen Social Media-Nerd (im positiven Sinn). – Ach ja: Glauben Sie nicht, dass 2 Blogposts pro Woche eine umfassende Social Media-Konzeption bedeuten.

Geben Sie eingesetzten Mitarbeitern möglichst oft die Gelegenheit, sich einzubringen. Lassen Sie sie relevante Veranstaltungen besuchen. Unterstützen Sie sie dabei, sich in regionalen, branchennahen und/oder kommunikativen Interessenfeldern zu engagieren. Schließlich sollte der andauernde Lernprozess einer der wichtigsten Verantwortungsbereiche im Job sein. (Es ist beinahe überflüssig, dies hier so zu betonen, oder?).

Ab dem Zeitpunkt, an dem feststeht, wer die Aufgabe übernimmt, gilt es vielmehr die Augen darauf zur richten, was die Aussage sein soll: Welche Inhalte möchten Sie vermitteln, welche Geschichte, welche Emotionen – was macht Ihre Marke aus?

Posted in Best Practice und ROI, Strategie - Planung - Organisation and tagged , , , , , , , , , , , , .

One Comment

  1. Pingback: Reputation für Marken im Social Web (Teil 2) | Becker. Joerges. agile communication.

Kommentar verfassen