Danke für die Aufmerksamkeit – Twitter

Nach der Beleuchtung von Facebook im ersten Teil dieser kleinen Posting-Reihe über große Social Media Kommunikationsangebote richten wir den Blick auf

Twitter

Twitter hat nicht ansatzweise die Anzahl an aktiven Nutzern, die bei Facebook täglich aktiv sind und posten, doch es hat explosionsartig an Zulauf gewonnen und genießt vielschichtige Aufmerksamkeit.
Könnte diese Kommunikationsform des Microblogging das Richtige für Sie und Ihr Unternehmen oder Ihre Marke sein?

Pluspunkte

Alle Wege führen zum Blog: Wenn Sie ihre eigenen Inhalte erzeugen, ist Twitter der perfekte Ort diesen zu vermarkten. Wenn Sie Schlüsselbegriffe und den sogenannte Hashtags (zu erkennen am vorangestellten Doppelkreuz #) verwenden – letztere sind Suchworte, die bequem wieder auffindbar sind – können ihre Themen, einmal veröffentlicht, von einer Menge interessierter Menschen entdeckt werden. Twitter ist ein gutes Instrument, um die Leserschaft ihres Blogs beschleunigt wachsen zu lassen.

Wer hat’s erfunden? – Twitter erlaubt es den Nutzern, sich gegenseitig zu „retweeten“, was nichts anderes ist als eine Wiederholung eines Tweets mitsamt einem Verweis auf den ursprünglichen Tweetenden. Durch die Nutzung dieser Funktion eröffnet sich die Möglichkeit, den eigenen Lesern, Followern, einen Mehrwert zu geben, nämlich die neue Information, gleichzeitig aber auch den Urheber durch Nennung im Tweet aufzuwerten, frei nach dem Motto: „Sehr her: von ihm/ihr habe ich diese relevant erscheinende Info“.

Über mich – Die Twitter-Suche hilft Nutzern nicht nur dabei, Informationen zu finden, die für sie wertvoll sind; es eröffnet ihnen auch die Möglichkeit, all jene zu entdecken, welche gemeinsame Interesse teilen. Wenn Sie in ihrer Bio, einer Art Mini-Lebenslauf, beim Twittern selbst bestimmte Schlüsselbegriffe einsetzen, können Menschen Sie einfach finden und sich mit Ihnen vernetzen.

Der richtige Adressat: Die @reply /Antwort-Funktion sorgt für Interaktion. Twitter sammelt alle @Replies bequem abrufbar an einer Stelle, sodass man stets im Blick behält, wer versucht, die eigene Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Eine Art Gelbe Seiten: Im Zuge der wachsenden Beliebtheit von Twitter sind etliche Drittanbieter von Twitter-basierten Empfänger-Angeboten nach oben gespült worden, darunter WeFollow und Tweetranking. Zusammen mit der Twitter-eigenen Suche Twitter Search (Motto: See what’s happening — right now.) können solche Verzeichnisse tatsächlich dabei helfen, Nutzer mit gemeinsamen Interessen zu finden und eine Wolke von Interessierten rund um die eigenen Themen herum aufzubauen.

Twitter ist so schön, wie es gestaltet wird. Das hinterlegte Profil lässt sich ganz nach eigenen Wünschen einrichten. Man kann einfach das Design des Hintergrunds auswählen wie man es möchte. Zwar gibt es bei Twitter eine ganze Reihe an Auswahlmöglichkeiten, die bereits vorbereitet sind, doch daneben finden sich es eigens Webseiten, die darin unterstützen, ein eigenes Design zu gestalten oder aus Hunderten von verschiedenen Motiven zu wählen.

Minuspunkte

Twitter lässt es kurz und freundlich aussehen. Dies könnte ein Pluspunkt sein, abhängig davon, wie man bestimmte Aspekte betrachtet, doch dies kann auch hier eingeordnet werden: Es gilt tatsächlich, kurz darüber nachdenken, was wie mitgeteilt werden soll. Die – wenigen – 140 Zeichen sind äußerst wertvoll, und darüber nachzudenken, wie man Tweets formuliert, um dabei  den Wert zu maximieren, kann wirklich wichtig sein. Twitter ist daher gewiss nicht die passende Ort, um simpel große Mengen an Informationen auf einen Schlag unüberlegt zu verbreiten.

So gut wie selbstgemacht: Um die interessierten Follower passabel wachsen zu lassen, ist es das Beste, eigene Inhalte zu gestalten. Das bedeutet, den Tweets beim Verfassen Sorgfalt, Intuitivität und, ja Emotionen wie Liebe, zu widmen. Das kann auch bedeuten, einen Blog zu starten, wenn man noch keinen hat. Über seine Interessen zu bloggen und den Link darüber per Twitter zu verbreiten, ist ein guter Weg, die eigene Leserschaft substanziell aufzubauen. Umgekehrt ist es ungleich schwieriger, sich ohne Blog vom Rest der Twitternden tatsächlich qualitativ abzusetzen.

Wo sind wir? Die Unterhaltung kann sich über alle Plattformen erstrecken. Es gibt einige großartige Dialoge, die auf Twitter unter Verwendung eines Hashtags stattgefunden haben, doch diese sind in der Regel angekündigt und auch vorbereitet mit einer festgelegten Startzeit. Für eine spontane Konversation zwischen sich selbst und Anderen ist die Wahrscheinlichkeit verhältnismäßig gering, jedenfalls ohne den Einsatz eines Hashtag, der sich möglicherweise erst im Laufe einiger Tweets herauskristallisiert. Jedenfalls sollte ein knackiger Hashtag im Laufe der Konversation gemeinsam gefunden werden. Dadurch kann eine qualitative Unterhaltung auf Twitter allerdings auch ein kleines bisschen zu einer Herausforderung geraten.

Ganz persönlich: Auf Twitter gibt es eine Menge automatischer Abläufe, welche, falls nicht richtig eingestellt oder eingesetzt, für Duplizierung und Verwirrung bis hin für Ablehnung sorgen können. Einige Spezialisten werden jetzt sagen, dass diese Automatisierung von Tweets und Follower-Liste einfach das erfolgreichste Vorgehen schlechthin sei. Dem eigentlichen Geist von Social Media widerspricht dies jedoch. Natürlich könnten viele derjenigen, denen Sie folgen oder sogar solche, die Ihnen folgen, ein automatisches System verwenden, um zu twittern. Doch wenn dies der Fall ist, können Sie eigentlich gleich mit einer Wand reden – entsprechender Erfolg inklusive.

Social bedeutet nicht immer offen. Twitter wird weiterentwickelt, doch es auch zeitweise nicht verfügbar sein. Sobald heiße Nachrichten von einer Menge Twitternden verbreitet werden, kann die ganze Seite durch die Überlastung zusammenbrechen, zu erkennen an dem sogenannten Fail Whale, einer Grafik, die einen Wal im Netz zeigt, getragen von zwitschernden Twitter-Vögeln. Daneben gab es zuletzt eine Menge unerwünschte Werbung und auch Phishing-ähnliche Attacken. Eine Menge dieser problematischen Situationen hat bereits dazu geführt dass die jeweiligen Social-Media-Angebote in Misskredit gerieten. Sofern Twitter tatsächlich nicht in der Lage sein sollte, dies abzustellen, könnte es ebenfalls dahin tendieren.

Strategie, Inhalte und Vorgehensweise wichtiger als Kanäle

Die Entscheidung, Facebook oder Twitter oder zugleich beide Kanäle zu nutzen, hängt weitgehend davon ab, was Sie erreichen möchten. Wenn Sie beabsichtigen, gezielte Konversationen aufzunehmen und darin zu investieren, ist eine Facebook-Seite wahrscheinlich der bessere Weg. Wenn Sie regelmäßig eigene Inhalte erstellen und diese verbreiten möchten, wird hingegen Twitter der passende Kanal sein. Wenn beide Szenarien grundsätzlich vorstellbar sind, wenn Sie ein Engagement in Social Media planen, stellen Facebook und Twitter zusammen eine sinnvolle Kombination dar.

Der eigentliche Schlüssel liegt darin, festzulegen — tatsächlich sogar, bevor Sie darüber nachdenken, einen Account bei Facebook oder Twitter einzurichten — was Sie mit ihrem Social Engagement überhaupt erreichen möchten.

Starten Sie mit einem konkreten Plan und einer Strategie, welche mit ihren gesamten Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen verzahnt ist. Dadurch werden Sie in der Lage sein, den am besten geeigneten Weg zu wählen, die Aufmerksamkeit im Social Web auf Ihre Marke, Ihre Produkte, Ihr Unternehmen zu richten und langfristig positive Reputation aufzubauen.

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