Sammelpunkt statt Infoschleuse: Warum Unternehmen Presseseiten im Social Web öffnen sollten

Wozu werden PR-Informationen exklusiv Journalisten vorbehalten, obwohl im Verhältnis immer weniger von ihnen für eine herkömmliche Verbreitung sorgen?

Mit aufwändig produzierten Informationspaketen arbeiten Pressestellen der Unternehmen für die Versorgung von Journalisten. Von innen betrachtet ist das alles oft mit viel Einsatz erstellt, taktisch auf den Punkt geplant herausgegeben – zur Ankündigung der Produkte, für die Unterstützung der Marke oder an saisonalen Höhepunkten. Und von außen, aus Sicht der Redakteure, ist es dann doch wie ein Dauer-Platzregen an Informationen.

Es herrscht eine quantitative Schieflage zwischen der wachsenden Menge professionell bereitgestellter Inhalte, die über Marken, Produkte und Unternehmen informieren, und zusammengenommen den Kapazitäten derjenigen, die News und Stories klassisch-redaktionell verarbeiten bzw. entwickeln. Doch der Nachrichtenfluss ist mitunter einseitig. Auf etlichen Unternehmens-Presseseiten ist ein Zugriff auf Informationen nur nach vorheriger Anmeldung möglich – Profi-Infos nur für Profi-Multiplikatoren. Doch Presseseiten, besonders solche restriktiv gehandhabten, bieten oft nur einen schwer nachvollziehbaren Mehrwert, allenfalls für jene, die professionell für Print- oder Online-Publikationen schreiben.

Mittlerweile herrscht jenseits der redaktionellen Verarbeitungskette eine neue Situation angesichts der vielfältigen Informationsflüsse, mobiler Überall-Versorgung und der Empfehlungskultur durch Social Media.

Dabei ist es weniger Ignoranz oder Mauer-Taktik, warum diverse Kommunikationsabteilungen an Zugangsbeschränkungen festhalten. Vielmehr liegt der Eindruck einer Hilflosigkeit nahe, bloß nicht „mit Bloggern, Video- und Webcastern, eben den Internet-Typen“ konfrontiert zu werden. Schließlich kann hier nicht mit den bekannten Methoden taktiert werden, anders als im Umgang mit Fach- und Publikums-Journalisten, welche mehr oder weniger absichtsvoll versorgt werden.

Hingegen machen die unfassbaren Digital Natives, interessierte Zielgruppen im Social Web, (soweit möglich) was sie wollen: recherchieren Infos, tragen diese mit Erlebtem und Aufgenommenem zusammen, veröffentlichen Blog-Postings, verweisen und verlinken auf relevante Beiträge, twittern darüber in Echtzeit und machen die Infos mittels Hashtag wieder auffindbar.

Ist diese Informationskette so andersartig als das übliche Zusammenspiel zwischen Public Relations und journalistischer Berichterstattung? Was bedeutet eine Öffnung von professionellen Informationsseiten für die angeblich so schwer zu fassenden Zielgruppen im Social Web? Bedeutet das nicht einen großen, richtigen Schritt in Richtung zeitgemäßer PR 2.0?

Martin Goldmann von RedGO.tv spricht sich in diesem Zusammenhang für eine umfassende Öffnung von Presseseiten aus:

– Quelle: YouTube / Channel martingoldmann, RedGo.tv

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