Appetit auf frische Kommunikation 2.0

Ein kurzer Blick in die Kommunikationsküchen genügt: Im Nebel dampfender Web 2.0-Kochtöpfe wird eifrig geschnippelt und gerührt. Am Social Web Wok, dem Anlaufpunkt kommunikativer Culinaria, tummeln sich zahlreiche – warum eigentlich nicht – selbsternannte Experten. Dazwischen drängeln sich lautstark eine Reihe Platzhirsche – Agentur-Mitarbeiter aus Public Relations, Direkt- und Viralmarketing und Werbung, die mitunter irritiert darauf reagieren, dass die frischen Macher eifrig mitmischen.

Weiter versalzen oder anständig pfeffern?

Immerhin ist das Verlangen nach ewig vor sich brutzelnder Info-Hausmannskost, wie sie den Stammgästen seit jeher kredenzt wird, gering und sinkt weiter. Die Ursachen dafür? Ein Blick ins Restaurant zeigt: Nicht erst seit gestern sitzt eine ganz neue, hungrige Klientel an der großen Tafel des Informationsaustausch.

Kürzer, schneller, Twitter – Social Buzz oder Information Overkill?


Täglich bricht es herein: Das Gewitter der Informationen. Die Menge an Postings, Tweets, Links und Videos steht in keinem Verhältnis dazu, wieviel dem Nutzer tatsächlich individuell an Zeit und Aufnahmefähigkeit zur Verfügung steht. Nur für besonders affine Onliner, News-Junkies, könnte der Tag um ein Vielfaches länger sein. Der informative Dauerregen reisst nie ab. Ein Scan des Social Web in Echtzeit bietet Google seit geraumer Zeitnun ist die Suche auch für Deutschland verfügbar.

Es wirkt wenig überraschend, dass der individuelle Informationskonsum gemäß der US-Studie How much information? zusammengenommen täglich eine 12 Stunden-Sequenz ausmacht; allein 100.500 Worte werden durchschnittlich über alle Medien – auch Print – konsumiert.

Was machen die großen Unternehmen im Social Web?


Die PR-Agentur Burson Marsteller hat untersucht, wie und ob die größten Unternehmen der Welt (Top 100 der Fortune 500) im Social-Media-Raum vertreten sind. Auf den ersten Blick, sieht das Ergebnis gar nicht mal so schlecht aus: 65 Prozent der Top-100 haben einen aktiven Twitter-Account, 54 Prozent eine Facebook-Fanpage, 50 Prozent einen YouTube-Kanal und 33 Prozent einen Blog.

Aber nur 20 Prozent nutzen alle vier Plattformen. Wirklich ernüchternd sind aber die Follower-Zahlen. So liegt der Durchschnitt bei 1.489 Followern auf Twitter. Auf den ersten Blick nicht schlecht. Auf den zweiten Blick eher mau, wenn man sich die Follower-Zahlen in einem gängigen Twitter-Ranking, wie etwa Twitter-Grader ansieht. Hier etwa die Zahlen für Deutschland. Das PDF zur Burson-Marsteller-Studie gibt es hier.

BITKOM: 30 Millionen Deutsche sind Mitglieder in Communities [UPDATE]

[UPDATE, 02.07.2015]

Nun ja, man weiß nicht so recht, was der IT-Branchen-Verband BITKOM in 2010 noch mit „Communities“ meinte. So aber formulierte es der damalige Microsoft-Chef und BITKOM-Vizepräsident Achim Berg:

„Communitys sind die große Erfolgsgeschichte des Social Web. Kaum ein Segment des Internets boomt so stark.“

Gehen wir davon aus, dass soziale Netzwerke à la Facebook & Co. gemeint waren.

2013 wurden in einer repräsentativen Studie des BITKOM 1.016 Internet-Nutzer befragt. Ergebnis: Inzwischen sind 78 Prozent über 14-jährige Deutsche sind bei mindestens Social Media Plattform als Nutzer angemeldet.