Axel Springer Verlag will Welt Kompakt relaunchen (Update)

Wie Thomas Knüwer auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache berichtet, plant der Axel Springer Verlag laut Vorstandschef Mathias Döpfner einen Relaunch der Welt Kompakt. So schreibt Knüwer:

Sein Haus plane eine Zeitung mit Inhalten aus Twitter, Blogs und Facebook, ja, das Social Network sei gar Kooperationspartner. Bei einer kurzen Begegnung im Anschluss an das Panel erzählte Döpfner mir, es gehe dabei um einen “maßgeblichen Relaunch von ,Welt Kompakt’”, der in den “kommenden Wochen” umgesetzt werden soll.

Da stellt sich natürlich die Frage: Wird der Content einfach „geklaut“, oder werden die Urheber vor der Veröffentlichung gefragt und angemessen bezahlt?

Wie auch immer, bekanntlich gehört Döpfner zu den Unterzeichnern der unsäglichen Hamburger Erklärung (PDF):

Das Internet ist für den Journalismus eine große Chance. Aber nur, wenn die wirtschaftliche Basis auch in den digitalen Vertriebs- kanälen gesichert bleibt. Das ist derzeit nicht der Fall.

Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen. Das bedroht auf die Dauer die Erstellung von Qualitäts-Inhalten und von unabhängigem Journalismus.

Wir treten deswegen entschieden dafür ein, den Schutz geistigen Eigentums im Internet weiter zu verbessern…

Das Problem: Die Erklärung bezieht sich auf digitale Inhalte, die über Crawler und RSS zu Suchmaschinen und Aggregatoren gelangen. Etwas, dass die Verlage selbst unterbinden können. Wenn aber Internet-Inhalte gedruckt werden, hat der Urheber keine Chance und bekommt noch nicht einmal Backlinks, also Traffic dafür.

Mittlerweile gibt es die Aussage von M. Döpfner auch auf Video. Sie ist ab ungefähr Minute 49:30 zu finden. Das Video stammt übrigens vom Youtube-Kanal des heutigen Monaco Media Forums. Es zeigt eine Diskussion zwischen Döpfner und Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington über Paid-Content versus Free-Content, modernen Journalismus und einiges mehr. Es beweist jedenfalls, wer das Internet verstanden hat und wer nicht. Sehr schön ist beispielsweise gegen Ende des Videos die Frage, ob Döpfner einen Blog habe.

Update: Auch lesenswert zu diesem Thema ist Golem.de: „Springer: Freier Zugang zu Informationen ist kommunistisch„.

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3 Comments

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