Play to play: Wie sich professionelle Social Media bezahlt macht [UPDATE]

Müssen wir überhaupt im Web 2.0 präsent sein? Und wenn wir einsteigen: Was bringt Social Media für unsere Kommunikation?
– Diese und weitergehende Fragen werden momentan häufig gestellt, wenn Digital Natives und Fachleute, die in Unternehmen für Kommunikation verantwortlich sind, über Möglichkeiten und Bedingungen, Ziele und Umsetzung von Social Media sprechen.

Der Fokus von Web 2.0 Kommunikation wird sich weniger darauf richten, ob, sondern vielmehr wie, in welcher Intensität und mit welcher – unbedingten – Nachhaltigkeit digitale Kommunikation etabliert, umgesetzt und dauerhaft gelebt wird.

Medienwettlauf um den Leser 2.0 ist gestartet

Die Fronten scheinen aufzuweichen, mitunter sogar bei traditionsreichen Verlagen, die Leitmedien anbieten. Momentan werden komplette Portale für die Schlacht um den Leser 2.0 umgebaut: Bild, Spiegel, Welt sind bereits mit einem kräftigen Social Media-Anstrich versehen. Und Twitter nutzen sowieso fast alle – in unterschiedlicher Ausprägung und differenziertem Verständnis, siehe  Schlagzeilen-Verbreitung per automatischem Bot entgegen einem inhaltlich geprägten Blog-/Dialog-Angebot, wie dem der Rhein-Zeitung.

Nachrichten – aus Nutzerinhalten generiert?!

Ariana Huffington @Huffington Post: „News is not beer.

Redaktionell erstellte und bearbeitete Inhalte sind zweifellos ohne Alternative – glücklicherweise noch. Doch es scheint, als würden die Maßstäbe an die Produktion in Medien- und Verlagshäuser mancherorts mit neuer Eichung versehen werden. Der Druck auf die Medien, der sich aufgebaut hat und weiter massiv steigt, wird zwangsläufig zu Konsequenzen führen.

In diesem Zusammenhang keimt bei professionell aufgestellten Medien ein Trend, bei der eine Schlüsselkompetenz leicht unter die Räder geraten kann, nämlich der Anspruch an gute Informationen. Die Abgrenzung findet klar dort statt, wo die Inhalte den Kriterien von einwandfreiem Qualitätsjournalismus standhalten sollten. Dazu gehören besonders eine saubere Recherche, verlässliche Quellen und die üblichen Methoden zur Überprüfung des Informations- und Wahrheitsgehalts für eine Sicherung des Nachrichtenwertes.

Axel Springer Verlag will Welt Kompakt relaunchen (Update)

Wie Thomas Knüwer auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache berichtet, plant der Axel Springer Verlag laut Vorstandschef Mathias Döpfner einen Relaunch der Welt Kompakt. So schreibt Knüwer:

Sein Haus plane eine Zeitung mit Inhalten aus Twitter, Blogs und Facebook, ja, das Social Network sei gar Kooperationspartner. Bei einer kurzen Begegnung im Anschluss an das Panel erzählte Döpfner mir, es gehe dabei um einen “maßgeblichen Relaunch von ,Welt Kompakt’”, der in den “kommenden Wochen” umgesetzt werden soll.

Da stellt sich natürlich die Frage: Wird der Content einfach „geklaut“, oder werden die Urheber vor der Veröffentlichung gefragt und angemessen bezahlt?

Auch Murdoch aggregiert Fremd-Content

Rupert Murdoch agitiert gegen Google und andere Content-Aggregatoren, weil sie seinen Content „klauen“ und nichts dafür bezahlen. Das zeugt zum einen davon, dass er genauso, wie viele andere Verleger auch, das Internet nicht verstanden hat (wo soll denn sonst der Traffic herkommen?). Aber es kommt noch besser. Techdirt hat sich auf ein paar von Mordochs News-Corp-Sites umgesehen und was haben die Autoren dort, unter anderem in der Tech-Rubrik des Wall Street Journal online gefunden? Genau: „geklauten Content“!

Wir haben uns das genauer angesehen und tatsächlich einen Kasten mit aggregiertem Content anderer Sites gefunden (siehe Screenshot rechts). Noch besser: Das Wallstreet Journal nimmt hierbei die Leistungen des Aggregations-Dienstleister OneSpot in Anspruch. Ein Startup, der ausschließlich – nach Verleger-Lesart – von „Content-Klau“ lebt.

Googles Antwort auf den Vorstoss von Rupert Murdoch

Der britische Telegraph berichtet über Googles Antwort auf Rupert Murdochs Interview vom letzten Freitag und zitiert einen Google Sprecher:

Google News and web search are a tremendous source of promotion for news organisations, sending them about 100,000 clicks every minute.

und weiter:

Publishers put their content on the web because they want it to be found, so very few choose not to include their material in Google News and web search. But if they tell us not to include it, we don’t. If publishers want their content to be removed from Google News specifically all they need to do it tell us.